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Case Study

Wie ich arbeite.

Eine Website, die versucht, alle anzusprechen, überzeugt am Ende niemanden richtig. Mich interessiert, was die Menschen wirklich anspricht, die zu einer Marke passen – dann wirkt sie glaubwürdig statt austauschbar. Wie das konkret entsteht, zeigt sich am besten an einem Projekt, das ich nicht nur gestaltet habe, sondern täglich selbst nutze: die Website von Unlabeled Hair, meinem eigenen Salon in München-Sendling.

Der Anfang ist immer analog

Bevor ein einziges Pixel entsteht, fange ich mit einem Notizbuch an. Mindmapping, keine Vorlagen: Welche Gefühle soll die Seite transportieren? Was macht den Betrieb aus? Was ist besonders, was muss unbedingt rein, was kann weg? Bei Unlabeled Hair stand am Anfang eine Sammlung von Stichworten – Ruhe, Handwerk, Persönlichkeit, kein steriles Salon-Klischee – aus denen sich erst nach und nach eine Struktur herausschälte.

Aus der Mindmap wird ein optisches Grundgerüst

Mit dieser Sammlung fange ich an, sie räumlich zu strukturieren: Wie sieht der Header aus, was gehört in den Footer, wie ist der Hero-Bereich aufgebaut, wo landet der Blick zuerst? Hier entscheidet sich schon, was die Zielgruppe anspricht – bei Unlabeled Hair etwa die Entscheidung, im Hero-Bereich ein einzelnes großes Salonfoto neben der Headline zu zeigen statt eines Sliders mit mehreren Bildern, weil das ruhiger und weniger reizüberflutend wirkt.

Startseite von Unlabeled Hair — Desktop-Ansicht mit ruhigem Hero-Bereich
Unlabeled Hair — Startseite, Desktop

Die Farbgebung entsteht aus dem echten Ort, nicht am Bildschirm

Erst danach geht es an die Farben, und die leite ich bewusst aus dem Salon selbst ab, nicht aus einer Trendfarbpalette. Im Salon stehen sehr viele Grünpflanzen – das spiegelt sich direkt im Waldgrün der Website wider. Erdige, warme Töne wie Sand und Anthrazit greifen die Materialien und die Atmosphäre vor Ort auf. Die Website soll sich anfühlen wie eine Verlängerung des tatsächlichen Raums, nicht wie eine austauschbare digitale Fassade davor.

Typografie folgt der Farbe

Erst wenn die Farbwelt steht, kommt die Frage nach der Typografie: Wie wirkt das Gesamtbild, was soll wie hervorgehoben werden? Eine ruhige Serifenschrift für Überschriften, kursive Auszeichnung bei einzelnen Schlüsselwörtern, ein schlichter, gut lesbarer Fließtext darunter – jede Entscheidung wird gegen die Farbwelt und die Gefühlsebene aus dem ersten Schritt gegengeprüft.

Startseite von Unlabeled Hair — Mobile-Ansicht
Unlabeled Hair — Startseite, Mobile

Erst als Skizze, als handwerkliche Arbeit

Header, Footer, Hero, Farbverläufe, Schriftgrößen – das alles wird erst grob skizziert, bevor überhaupt ein Tool geöffnet wird. Diese Phase ist bewusst langsam und analog, weil sich Fehler auf Papier viel leichter korrigieren lassen als in fertigem Code.

Das eigentliche Kernstück: die Texte

Erst wenn Struktur, Farbe und Typografie stehen, entstehen die Texte – und die werden direkt aus der ursprünglichen Mindmap abgeleitet: Was ist wichtig, was muss unbedingt rein, welchen Eindruck sollen Besucher haben, was soll vermittelt werden? Bei Unlabeled Hair war das etwa die durchgehende Du-Ansprache und Sätze wie „Schön, dass du da bist" – kein Corporate-Deutsch, sondern der Ton, in dem man auch im Salon selbst begrüßt wird. Diese Texte werden so lange ausgearbeitet und verfeinert, bis sie wirklich zur Website passen – nicht nur inhaltlich richtig, sondern im Ton stimmig.

Erst jetzt beginnt die digitale Arbeit

Wenn Struktur, Farbe, Typografie und Texte feststehen, geht es darum, diesen Plan technisch umzusetzen – das Gefühl aus dem Notizbuch soll eins zu eins in der digitalen Fassung ankommen, grafisch und technisch auf hohem Niveau. Auch hier wird noch einmal gestalterisch nachgearbeitet: Akzente, Effekte wie sanfte Fade-Ins beim Scrollen, kleine Details, die dafür sorgen, dass Besucher nicht gleich wieder wegklicken, sondern hängen bleiben.

Head-Spa-Bereich der Unlabeled-Hair-Website mit Preisdarstellung
Feinschliff — Preisdarstellung im Head-Spa-Bereich

Zum Schluss: alles, was technisch und rechtlich rein muss

Erst ganz am Ende kommt das Notwendige – Impressum, Datenschutzerklärung, Cookie-Hinweise und alles andere, was eine Website rechtlich vollständig macht. Bewusst am Ende, weil es die Gestaltung nicht beeinflussen soll, aber genauso sorgfältig behandelt wird wie der Rest.

Wer angesprochen werden soll

Menschen, die genug haben von sterilen Standard-Salons und einen Ort suchen, der sich bewusst anders anfühlt – das war die Leitfrage hinter jeder einzelnen dieser Entscheidungen, vom ersten Stichwort im Notizbuch bis zum letzten Feinschliff.

Warum ich weiß, wovon ich rede

Ich bin seit 2007 im Friseurhandwerk, Diplom-Colorist, und betreibe Unlabeled Hair seit 2023 selbst. Diese Website ist kein Demo-Projekt – sie funktioniert täglich, weil jeder Schritt dieses Prozesses bewusst durchlaufen wurde, nicht zufällig entstanden ist.

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